
So die Schule liegt hinter einem, und man hat erste ein mal die Nase voll von Theorie und lernen. Die große Frage, was möchte ich machen bzw. wie will ich später mein Geld verdienen ist erst mal schwer zu beantworten. Bei vielen ist der Wunsch nach einem kreativen Beruf. Auf keinen Fall etwas normales und langweiliges. Fotografie ist schon eine Weile das eigene Hobby und mit Bildbearbeitungsprogrammen hat man auch schon mal rumgespielt. Also warum nicht sein Hobby zum Beruf machen.
Diese Entscheidung wird häufig auf Grund der eigenen Vorstellungen vom Fotografenberuf getroffen. Was sind das für Vorstellungen, und wie weit treffen diese wirklich auf den Beruf zu. Häufige wichtige Beweggründe sind:
- Den ganzen Tag kreativ zu sein
- Viel zu reisen
- Den ganzen Tag von Fotomodellen umgeben
- Ein Künstler arbeitet eher Nachts und kann bis Mittags ausschlafen
- Von der Kamera bis zum Rechner immer nur die beste Ausrüstung
- Sich den ganzen Tag mit der Fotografie beschäftigen können
- Ohne Probleme auf jedes Konzert oder alle VIP-Partys gelangen
- Eine Menge Geld verdienen
- Arbeiten an den schönsten Orten
- Die neusten Produkte mit eigenen Ideen in’s rechte Licht setzten
Die Reihenfolge variiert bei allen Interessierten. Und der ein oder andere stellt sich vielleicht noch was anderes unter dem Beruf des Fotografen vor. Aber wie sieht den so der Fotografenberuf häufig aus?
Da der Beruf für viele ein Traumberuf ist, gibt es so gut wie keine Möglichkeiten eine Ausbildung zu bekommen. Dies gilt für ein Studium wie die Handwerkliche Ausbildung. Wer bessere Möglichkeiten nach der Ausbildung erwartet wird schwer enttäuscht werden. Die Berufschancen für diesen Beruf sind völlig gering genauso wie die Bezahlung.
Die Arbeit des Fotografen besteht zum größten Teil aus Organisation. Das Fotografieren selber ist der kleinste Teil im täglichen Arbeitsablauf. Zeit ist Geld, wie überall anders auch. Also muss jedes shooting optimal vorbereitet sein. Für einen Teil der anfallenden Arbeiten gibt es eigene Berufe wie z.B. der Locationscout, Stylisten, Assistenten etc. Aber der Fotograf muss sich überlegen, welche Leute er einsetzt und wie weit das Ganze noch im Budget bleibt. Wenn irgendetwas schief läuft sollte der Fotograf einen Plan B haben. Für einen Kunden ist es sehr wichtig das möglichst alles reibungslos funktioniert, und das bei Problemen eine Lösung gefunden wird.
Wenn etwas fotografiert werden soll, und meistens auch zu einem bestimmten Termin fertig werden muss, fallen Überstunden an und dies ist völlig normal. Jede Menge schwere Ausrüstung muss immer wieder zu den Aufnahmeorten geschleppt werden. Mit der Kreativität ist es auch nicht weit her, wenn der Art-Direktor ein Layout hat in das genau rein fotografiert werden soll. Aber selbst wenn es keine Art von Direktor ist, haben Kunden häufig eine Vorstellung wie Ihre Aufnahmen auszusehen haben.
Handwerkliches Geschick sollte auf jeden Fall vorhanden sein. Malen, streichen, tischlern, fliesen sind Fertigkeiten die man immer wieder mal benötigt. Computer- und Grundkenntnisse von Stom sollten vorhanden sein.
Flexibilität ist in diesem Beruf unverzichtbar. Man weis nie was als nächstes passiert. Wie ist das Wetter, Stromausfall, eine zu fotografierende Maschine funktioniert nicht, oder ist gar nicht da.
Und dann noch der große Teil der in der Ausbildung viel zu kurz kommt. Kundengespräche führen, Angebote erstellen, Rechtliche Grundlagen klären, Marketingstrategien erarbeiten, Mahnwesen, Buchhaltung, Akquisition von Kunden und dann noch der schöne Teil des Rechnung schreiben.
Wenn man bekannter wird besteht die Möglichkeit möglichst nah an die Wunschliste oben zu kommen. Aber der Teil der Fotografen die das schaffen ist sehr gering. Und manche Kombinationen sind einfach nicht möglich.
z.B. Lange ausschlafen und eine Menge Geld verdienen. Ist aber auch logisch, da man selber auch niemand für schlafen Geld geben würde.
Für mich selber ist es einfach ein toller Beruf, der mir sehr viel Spaß macht. Meinen Berufswunsch haben meine Eltern immer unterstützt, und das ist sehr wichtig um in diesem Beruf Fuß zu fassen. Das benötigte Glück hatte ich wohl auch.
Allen die es probieren wünsche ich viel Erfolg.